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Angst-und Panikerkrankung

"Oh je, was ist den jetzt los, die Knie versagen mir ja  und ich muss auf die Toilette. Das Herz rast, ich schwitze.....".

"Hoffentlich werde ich nicht bewusstlos, was sollen die Leute denken".

Viele von Ihnen, die das jetzt lesen, haben die Situation schon erlebt oder wissen zumindest von einem Angehörigen oder einem Freund bzw. Bekannten, der ähnliches kennt.

Es handelt sich hier um das Auftreten von pathologischer Angst.

Diese wird nach der internationalen Klassifikation der Krankheiten durch die Weltgesundheitsorganisation (ICD-WHO) entweder als Angststörung (F41.), frei flottierende Angst, Panikstörung und/oder phobische Störung (sach- und situationsbezogenen Angst, worunter auch die Sozialphobie zählt) bezeichnet. Neben der normalen Angst, die auftritt, wenn eine gefährliche Situation z.B. im Straßenverkehr, bei Trennungssituationen und/oder vor schweren Erkrankungen auftritt, greift die Angst, die pathologisch ist, z.B. in eher unverfänglichen und Alltagssituationen um sich. Frühe Anzeichen dafür sind bereits in der Schule oder sogar schon im Kindergarten entstanden aus Angst davor, etwas falsch zu machen. Daraus kann sich dann im Laufe des Lebens auch eine generalisierte Angststörung und/oder eine ängstlich vermeidende Persönlichkeit entwickeln.

Die Symptome bestehen in einem überreagierenden vegetativen Nervensystem mit allen daran beteiligten Organsystemen, es können Herzrasen (beschleunigter Puls), Schwitzen (über den Parasympathikus gesteuert), Verkrampfungen und Harn- und Stuhldrang auftreten. Des weiteren Kopf- und Magenschmerzen (der Magen zieht sich zusammen, auch da durch den Sympathikus und Parasympathikus bedingt). Es kann Atemnot bis hin zu einem Globusgefühl im Hals auftreten sowei Zittern und Erröten.

 

Insbesondere bei der Sozialphobie, die auftreten kann, wenn in der Vergangenheit in einer Situation Schwierigkeiten entstanden sind und die Öffentlichkeit Zeuge davon wurde, kann sich dies manifestieren, z.B. durch einen Ohnmachtsanfall in einem Kaufhaus oder in der Kirche. Dadurch entstehen zunehmend Vermeidungsstrategien. Man geht nicht mehr zu größeren Menschenansammlungen, in Gebäude, die ähnlich sind wie in der Erstmanifestation usw.. Auch die Panikattacke, die mit den o.g. Symptomen einhergeht, aber sich unterschiedlich manifestieren kann, ist ein Krankheitsbild der Angststörung insbesondere die überfallartige auftretende Entgleisung des Vegetativums bis hin zum Gefühl, dass das Herz versagen würde, ist ein gefühlter lebensbedrohlicher Zustand, der häufig auch die Inanspruchnahme der Rettungsleitstelle/Notärzte ohne organischen Befund nach sich zieht.

Behandlung: An notwendigen Behandlungen stehen uns heute suffiziente Medikation mit SSRI (=Serotonin -Wiederaufnahmehemmer z.B. Sertralin, Citalopram, Escitalpram, Paroxetin oder Fluoxetin,) sowie Anxiolytika ( Lyrica), Benzodiazepine (Cave Abhängigkeitsbefahr), Buspiron, Opipramol und intramuskuläre Indikation mit Fluspirilen (kurzfristig) zur Verfügung.

 Darüber hinaus werden von Hausärzten bei solchen Situationen auch immer wieder Betablocker verordnet, die zwar kurzfristig die Angst und die überschießende Herzfrequenz (Herzrasen) behandeln können, aber an der Ursache nichts ändern. Auch gibt es mehrere pflanzliche Arzneimittel, die durchaus am Anfang einer Behandlung Sinn machen können und auch eine Symptomlinderung nach sich ziehen können, meistens unter Zuhilfenahme von Passionsblume, Melisse, Baldrian und/oder Johanniskraut z.B. Sedariston und/oder Cord-A-Joron.

Welches genau die für Sie die passende Therapie ist, muss in einem gemeinsamen Gespräch eruiert werden.

Ohne die parallel zur Medikation stattfindende beginnende Verhaltenstherapie ist jedoch ein dauerhaftes Management der Symptome nicht möglich.

Es geht bei der Therapie darum, die Symptome und damit die Krankheit in den "Griff zu kriegen", statt wie bisher, dass die Symptome einen im Griff haben.

Weitere Information über MEDIKATION und VERHALTENSTHERAPIE

bei der Deutschen Angstselbsthilfe in München (www.panik-attacken.de)

AGORAPHOBIE e.V. in Berlin (www.angstzentrum-berlin.de)

Soziale Angst Selbsthilfe (www.sozialangst.de).