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burn-out

Der Begriff burn out ist eine amerikanische Wortschöpfung. Dieser kann  unterschiedliche Symptomatik und unterschiedliche Ursachen beschreiben, die klinisch häufig ähnlich aussieht. Die am häufigsten Betroffenen sind meistens in helfenden Berufen zu finden, aber in der Zwischenzeit haben auch andere Arbeitsgruppen wie normale Maschinenarbeiter (wegen Rationalisierungsängsten und Schichtsyndrom), in der Finanzbranche arbeitende und zum Teil auch Hausfrauen oder Hausmänner entwickeln diese Symptome; darüber hinaus in helfenden Berufen wie Krankenschwestern/ -pflegern, Ärzte /-innen, Pfarrer, Kindergärtnerinnen, Jugendbetreuer, Pfleger, Psychotherapeuten/ - innen.

Diese Liste ließe sich beliebig verlängern.

 Zu den Prädispositionen (Vorbedingungen) zählt häufig ein sehr aktiver und leistungsorientierter Grundcharakter, der zupackend, ideenreich, kreativ ist und auch häufig das Gefühl hat der eigenen Unentbehrlichkeit. Mit der Zeit entsteht ein Syndrom eines "nie mehr richtig Zeit " zu haben.

Symptomatik:

Vernachlässigung eigener Hobbys sowie sozialer Kontakte, Schlafstörungen Grübelneigung, u. U. eine Häufung von bereits vorbestehenden fehlerhaften Ernährung wie Nikotinmissbrauch, übermäßiger Alkoholkonsum, zu wenig oder zu viel -  insbesondere fast food Essen, massiver Kaffeekonsum. Zunehmend stellt sich eine rasche Erschöpfbarkeit bis hin zur Antriebsstörung ein. Insbesondere vormittägliche und nachmittägliche Müdigkeit mit schwerer Muskelschwäche, das Gefühl "müde, matt, abgeschlagen " nach außen zu sein, innerlich aber gereizt und unruhig (Vegetativum) mit unter sogar reizbar und aggressiv zu sein. Man ist auch kognitiv nicht mehr in der Lage, die an sich gestellten Anforderungen zu erfüllen. Konzentrationsstörung, Vergesslichkeit und Merkfähigkeitsstörungen greifen um sich. Insgesamt mündet der Zustand in einen Endzustand mit Resignationen, Entmutigung, verringerte Frustrationstoleranz, aber auch leichte Kränkbarkeit, Niedergeschlagenheit und Minderwertigkeits- und Versagensgefühle.

Insbesondere der subjektive Befindlichkeit zeichnet sich durch pessimistische, negative und fatalistische Äußerungen aus.

Dies hat eine Persönlichkeitsveränderung zur Folge. Insgesamt ähnelt der Zustand hier dann auch einer schweren Depression. Im psychiatrischen Fachgebiet wird das burn out nicht als Krankheit bezeichnet, sondern es gibt verschiedene Diagnosekategorien z.B. multiple psychosomatische Störungen, Schmerzstörung, mittelgradige Depression, schwere depressive Episode, Anpassungsstörung und anderes mehr, die aus unserer Sicht passender sind.

Behandlung:

Neben kurzfristig eingesetzter Medikation (Anxiolytika = angstlösende Mittel, schlaffördernde Präparate und Antidepressiva) sollte immer eine Psychotherapie (tiefenpsychologisch und/oder Verhaltenstherapie) begonnen werden, die den Ursachen dieser übertriebenen Leistungsbereitschaft über eine verbesserte Introspektionsfähigkeit des Betroffenen auf den Grund geht, um dann ggf. auch mittels einer stationären Behandlung eine Auszeit am Beginn einer Behandlung zu nehmen.

Am Ende dieses Weges stehen ggf. auch berufliche und/oder persönliche Veränderungen, um einen Neustart zu wagen und die Symptome zu reduzieren.