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Depressionen

Diese treten heute mit einer Prävalenz bis zu 25 bis 30 % der Bevölkerung auf, d. h.  jeder 3. bis 4. leidet einmal im Leben an einer Depression.

Es gibt sich wiederholende depressive Phasen mehrfach im Leben.

Es gibt aber auch einmalige Einbrüche. Diese könne meistens folgenlos ausheilen. Häufiger ist jedoch ein sich chronifzierend darstellendes Zustandsbild.

Es betrifft sämtliche Körperfunktionen, sowohl die Motorik, die Seele, geistige Leistungsfähigkeit und hat dementsprechend auch partnerschaftlich, familiär, beruflich und andere Folgen.

Ursachen sind meistens eine Prädisposition (biologische Vorbedingung) im Zusammenspiel mit reduzierter Leistungsfähigkeit z.B. durch äußere Faktoren (Verlust des Arbeitsplatzes, Trauer durch Tod eines nahen Angehörigen, Trennung, Umzug, Lebensstufe oder auch dauerhafte Stresssituationen).

Die Symptomatik ist sehr vielfältig und von Individuum zu Individuum unterschiedlich.

Sie kann die Seele betreffen (gestimmter oder herabgestimmter Affekt) begleitet von tiefen Seufzern, Verzweiflungsausbrüchen und Weinkrämpfen, aber auch bis zur Unfähigkeit zu trauern.

Ein Gefühl der Gefühllosigkeit bis hin zur leiblicher Traurigkeit mit Schmerzen im Bereich der Brust, des Kopfes aber auch im Magen, Wirbelsäulengelenken kann sich einstellen.

Eine ausgeprägte Freudlosigkeit, diese beinhaltet mangelnde Fähigkeit an einer freundlicheren Umgebung und ein freundliches Ereignis Anteil zu nehmen.

Darüber hinaus Interesselosigkeit (Verarmung, Verengung) und schließlich die Aufgabe jeglicher Interessen wie z.B. früher bedeutungsvollen Hobbys, Energielosigkeit,
körperliche Ermüdbarkeit,
hochgradige Erschöpfbarkeit auch
kognitive Einschränkungen,
Reduktion der Aktivität, der Initiative, des Schwunges, Spannkraft und Ausdauer sowie des Elans bis hin zu
Willenlosigkeit, apathischer Gesamtkonstitution
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Die Aufmerksamkeit ist vermindert. Es stellt sich eine innere Unruhe ein (nicht bei jedem Patienten), man spricht dann von einer agitierten Depression.
Darüber hinaus Minderwertigkeitsgefühle, Hilflosigkeit und Angstzustände (s. d.), bis hin zur reduzierter Reaktionsfähigkeit, ausgeprägte Grübelneigung und ein bis ins wahnhafte gehende Befürchtungen (Verarmungsideen), hypochondrische Befürchtungen bis hin zu Schuld- und Versündigungswahn.

Ohne Behandlung kann sich die Depression auch bis hin zu schwersten Selbstvorwürfen und Lebensunmut, -unlust steigern, sodass dann Suizidgedanken (die zur Krankheit gehören) persistieren und schließlich sogar Suizidhandlungen bis hin zum Suizid erfolgen können. 

Therapie

Neben der ausschließlichen Diagnose durch den Facharzt sollte ein Depressiver nicht lange warten und einer Therapie mit den heute sehr gut selektiv einsetzbaren Antidepressiva zugeführt werden.

Parallel dazu ist bei Verbesserung des Zustandes auch eine tiefenpsychologische und/oder Verhaltenstherapie hilfreich. Die moderen Medikamente, die ausnahmslos heute angewendet werden, haben kein Abhängigkeitspotential.

Einige der älteren sind jedoch nicht gewichtsneutral, d.h. man nimmt im Laufe der Behandlung einige Kilogramm zu.

Bei modernen Antidepressiva ist jedoch eine deutlich weniger ausgeprägte Beeinflussung des Körpergewichtes zu konstatieren.